Finanzspritze für Firmengründer
Interview der Ruperti Nachrichten mit Lars Holstein, Projektmanager der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land
Im täglichen Leben nutzt jeder ständig Technologie aus der Raumfahrt, wenn auch unbewusst. Man denke nur an Satelliten: Sie sorgen für eine genaue Wettervorhersage oder dafür, dass man mit dem Navigationsgerät ohne Umwege ans Ziel kommt. Damit die Bevölkerung künftig noch mehr solcher innovativer Erfindungen nutzen kann, braucht es schlaue Neu-Unternehmer aus dem Hightech-Bereich. Um diese zu finden und zu fördern wird am Donnerstag, 26. Januar, in Bad Reichenhall eine der drei bayerischen Außenstellen der Europäischen Weltraumagentur (ESA) eröffnet. Im Berchtesgadener Land können sich Gründer mit guten Ideen für künftige Hightech-Firmen ab sofort melden und sich für ein Förderprogramm bewerben.
„Dieses Programm bietet die ESA gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land, dem Bayerischen Wirtschaftsministerium und der Sparkasse Berchtesgadener Land an", erklärt Lars Holstein, Projektmanager bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft.
Gute und einzigartige Ideen werde man mit 100.000 Euro fördern, so Holstein. „Davon sind 60.000 Euro ein Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, und 40.000 Euro ein zinsgünstiges Darlehen der Sparkasse Berchtesgadener Land." Zielgruppe seien Hochschulabsolventen und Doktoranden von Hochschulen und Universitäten sowie andere Persönlichkeiten, die sich mit ihrer Idee gerne selbstständig machen würden.
Wer einen Einfall für High-tech-Produkte mit Raumfahrttechnologie habe, könne sich ab sofort an die ESA-Außenstelle Berchtesgadener Land wenden, sagt Holstein. „Wenn das Ganze erfolgversprechend und einzigartig ist, wird der Gründer in das Förderprogramm aufgenommen."
Dabei könne sich der Unternehmer über weit mehr als den Zuschuss freuen. „Die Firmengründer werden von unseren kompetenten Ansprechpartnern in der Gründungsphase, die zwischen zwölf und 24 Monate dauert, betreut", so der Projektmanager. Ein weiterer Vorteil sei der Zugriff auf regionale und internationale Netzwerke.
Gemeinsam wolle man innovative Anwendungen kreieren, die es so noch nicht auf der Welt gebe, hofft Holstein. Auch der Standort für die neuen Firmen sei schon vorgesehen. „Im Technologie-Zentrum Freilassing können Büroräume angemietet werden."
Das Berchtesgadener Land ist nicht die einzige bayerische Außenstelle der Europäischen Weltraumagentur. Auch in Nürnberg und im Zentrum in Oberpfaffenhofen ist die ESA vertreten. „Die dort gemachten Erfahrungen mit dem Förderprogramm für Jungunternehmer stimmen uns sehr positiv", sagt Holstein. Die Förderung am Zentrum in Oberpfaffenhofen habe sich für alle Beteiligten als sehr sinnvoll erwiesen. „Dort konnte man in den vergangenen drei Jahren 24 Unternehmensgründungen verwirklichen."
Deshalb habe man sich für die Außenstelle Berchtesgadener Land ein Ziel gesetzt: „Bis Ende 2013 möchten wir bis zu neun Unternehmensgründungen im Berchtesgadener Land unterstützen und damit den Wirtschaftsstandort stärken."
Das Interview mit Herrn Lars Holstein führte Janina Hügel, Ruperti-Nachrichten















