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Warum Galileo?

 

Satellitennavigation ist schon seit längerem im Alltag zu finden. Navigationsgeräte unterstützen Autofahrer, Radfahrer und Wanderer auf ihren Wegen. Logistik- und Transportunternehmen kontrollieren ihre Fahrzeugflotten, die Bewegungen von Schiffen und Flugzeugen werden überwacht, und Trenderscheinungen wie geo-caching, also eine Schnitzeljagd anhand von Geokoordinaten die im Internet bereit gestellt werden, zeigen, dass auch spielerische Ansätze für Private Anwender realisierbar sind und ganz neue Wege für den Tourismus bereiten.
GNSS (Global Navigation Satellite Systems) unterstützen aber nicht nur private und kommerzielle Anwender, auch im öffentlichen Bereich, etwa bei Rettungseinsätzen werden die Einsatzkräfte mittels GNSS koordiniert und ihre Position und Bewegung überwacht.


Aber es gibt ein Problem - die Genauigkeit der verfügbaren Geodaten. An und für sich sind die Ungenauigkeiten im akzeptablen Bereich, manchmal kann es jedoch vorkommen, dass die Informationen an bestimmten Stellen der Erde extrem ungenau sind, etwa wenn die Satellitensignale reflektiert oder komplett abgeschirmt werden, wie in engen Schluchten, Tunneln, oder aber auch im inneren von Gebäuden oder Straßenschluchten.


Ebenso kann es vorkommen, dass nicht ein Problem auf der Erde die Ursache für ungenaue Informationen ist, sondern ein Problem mit dem Satellitensystem selber. Diese Fehler sind von der Erde aus von normalen Anwendern nicht bemerkbar, und können auch nicht korrigiert werden.


Im Gegensatz zu bereits aktiven Anbietern wie GPS (USA) oder GLONASS (Russ. Föderation), die militärischen Ursprungs sind, bietet GALILEO, eine rein zivile Entwicklung ohne militärischen Hintergrund aus der EU, die Möglichkeit, Informationen über die Ungenauigkeit der Daten zu erhalten. Wenn etwa die Genauigkeit der Daten bzw. Informationen einen Grenzwert unter bzw. überschreitet erhält der Anwender eine Warnung, dass er sich auf die verfügbaren Informationen nicht zu 100% verlassen kann. Dies erhöht die Sicherheit und die Möglichkeit selbstständig einzugreifen und gegenzusteuern ist gegeben.


Die Anwendungen decken dabei eine breite Palette an Sektoren ab, nicht nur im Verkehr und Kommunikation, sondern auch in anderen Märkten wie Landvermessung, Landwirtschaft, wissenschaftlicher (Grundlagen-) Forschung, Tourismus und Gesundheit. Dabei steht derzeit nur das amerikanische GPS-Signal ohne Integritätsinformationen und ohne Servicegarantien des militärischen Betreibers zur Verfügung. Die Inbetriebnahme von Galileo wird diesem Markt einen weiteren Schub verleihen und vor allem im Dienstleistungsbereich Umsätze generieren und neue Arbeitsplätze schaffen.


Ein wesentlich höheres Potenzial als bei reiner Satellitennavigation ist damit für Anwendungen und Verbundapplikationen zu erwarten, z. B. im Bereich der Sicherheit, Verkehrstelematik, Geodäsie, Maschinensteuerung, Precise Farming, Logistik, Zertifizierung, Gesundheit und Tourismus, Luftfahrt und Verhalten von Fahrerassistenzsystemen in urbanem Gelände. Viele dieser Applikationen werden zur Lokalisierung ebenfalls nicht nur GNSS-Empfänger verwenden, sondern durch Sensorfusion auf eine Kombination von Lokalisierungstechnologien setzen.
Das komplexe Themengebiet der Navigation umfasst - wie eingangs angedeutet - viele verschiedene Technologiebereiche, Themen und mögliche Anwendungsbereiche, um daraus intelligente Dienstleistungen und neue Produkte zu entwickeln.

 

Gerade in Verbindung mit den verschiedenen Navigations- und Ortungstechnologien (SatNav, Indoor-Navigation, Positionierung über GPS, Galileo, WLAN etc.) ist in der Initiative eine sehr offene Herangehensweise vereinbart worden, weil diese Lösungsansätze zunehmend zu integrieren sind und zu durchgängigen Systemen zusammenwachsen (Konvergenz der Systeme). Auch die Themenoffenheit ist sehr wichtig, zumal in vielen Bereichen die Einsetzbarkeit dieser Technologien und Anwendungen sowie deren Nutzen oftmals noch gar nicht erkannt wurde und im Netzwerk gemeinsam herausgearbeitet wird.